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Traditionen

Das Lamala, das elsässische Osterlamm und seine Form

Ein Biskuit in Lammform, mit Puderzucker bestäubt, ein Fähnchen im Rücken: Im Elsass ist Ostern ohne es nicht denkbar. Und auch nicht ohne seine zweiteilige Form, hergestellt in Soufflenheim.

Vom Team der Poterie du Terroir, Ribeauvillé2 Min. Lesezeit

Osterlämmer und ihre Tonformen in frühlingshafter Dekoration

Foto: Poterie Beck, mit freundlicher Genehmigung

Wenn Ostern naht, füllt sich ein Regal der Poterie du Terroir in Ribeauvillé mit merkwürdigen weißen Formen in Gestalt eines liegenden Lamms. Das sind Formen für das Lamala, das gebackene Osterlamm. Wenn Sie nicht aus dem Elsass kommen (oder aus einer Gegend, in der man das Osterlamm ebenfalls kennt), haben Sie so etwas vermutlich noch nie gesehen.

Lamala, Lammele, Osterlammele

Der Name wechselt, je nachdem, ob man im Oberelsass (Lamala) oder im Unterelsass (Lammele) ist, aber er bezeichnet denselben Kuchen: ein leichtes Biskuit, in einer Lammform gebacken und großzügig mit Puderzucker bestäubt. Man verschenkt und isst es am Ostermorgen.

Eine Tradition seit fünf Jahrhunderten

Das elsässische Osterlamm wird schon 1519 vom Theologen Thomas Murner erwähnt. Damals schenkte es der Verlobte seiner Braut, und die Kinder bekamen es nach der Rückkehr von der Ostermesse.

Das Rezept hat auch eine ganz praktische Erklärung: In der Fastenzeit aß man keine Eier, aber die Hühner legten weiter. Zu Ostern musste der Vorrat weg. Das Lamala, das viele Eier braucht, kam da wie gerufen.

Man schmückt es mit einem Band und einem Fähnchen: rot-weiß, in den Farben des Elsass, oder gelb-weiß, in den Farben des Vatikans.

Osterlamm aus Biskuit, mit Puderzucker bestäubt
Das Lamm, frisch aus der Form gelöst und mit Puderzucker bestäubt. Foto: RaveDog, über Wikimedia Commons.

Eine Form aus zwei Hälften

Die Lamala-Form ist aus glasiertem Ton und besteht aus zwei Teilen, die ineinandergreifen und von Metallklammern zusammengehalten werden. Befüllt wird sie von unten, das Lamm backt kopfüber. Die Töpfer von Soufflenheim stellen sie bis heute her, und es gibt sie in mehreren Größen.

So benutzt man sie

  1. Vor dem allerersten Mal: Buttern Sie das Innere beider Hälften gut aus und stellen Sie sie flach liegend für einige Minuten bei 180 °C in den Ofen. Abkühlen lassen.
  2. Bei jedem Gebrauch: Mit dem Pinsel ausbuttern, besonders gründlich an Ohren und Schnauze, dann mit Mehl bestäuben und das überschüssige Mehl ausklopfen.
  3. Setzen Sie die beiden Hälften zusammen, bringen Sie die Klammern an, stellen Sie die Form standsicher auf den Kopf und füllen Sie sie zu drei Vierteln.
  4. Warten Sie nach dem Backen einige Minuten, bevor Sie das Lamm aus der Form lösen: erst die eine Hälfte abnehmen, dann die andere.

Das Detail, auf das es ankommt: die Ohren. Wenn sie beim Herauslösen abbrechen, waren sie fast immer nicht genug gebuttert. Ein Zahnstocher, vor dem Backen in jedes Ohr gesteckt, gibt ihnen Halt.

Ein Geschenk, das weitergegeben wird

Wie die Kougelhopf-Form (Gugelhupf) wird auch die Lamala-Form mit den Jahren besser und geht oft von der Mutter auf die Tochter über. Sie gehört zu den Geschenken, die unsere elsässischen Kunden zu einer Geburt oder zum Einzug kaufen – neben den neugierigen Touristen, die mit „der Schäfchenform“ nach Hause fahren.

Wo findet man eine Lamala-Form in Ribeauvillé?

In der Poterie du Terroir, Grand'Rue 33 in Ribeauvillé, gleich ab der Wiedereröffnung im März, mit der größten Auswahl bis Ostern. Von März bis Dezember täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Quellen: Wikipedia-Artikel „Osterlammele“, Gebrauchshinweise der Töpferei Lehmann in Soufflenheim.

Lust, das alles in echt zu sehen?

Die Poterie du Terroir empfängt Sie in der Grand'Rue 33 in Ribeauvillé, von März bis Dezember täglich von 10 bis 19 Uhr. Hunde sind herzlich willkommen.

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